April 2012

Besuch der AG 60 plus

„Damit alles beim Alten bleibt, muss sich alles ändern“

Die  AG 60 plus besuchte am 3. April 2012 den Friesischen Wohnpark (Senioren Wohn- und Pflegeheim). Die AG 60 plus ist eine Arbeitsgemeinschaft des SPD Kreisverbandes Nordfriesland. In den Richtlinien der AG SPD 60 plus heißt es: "Die Älteren in der SPD schließen sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Ziel ist es, die Interessen der Älteren innerhalb und außerhalb der SPD zu vertreten, das Engagement der Älteren zu fördern, Menschen für die sozialdemokratische Programmatik zu gewinnen. Im Interesse einer Öffnung nach außen soll die Arbeitsgemeinschaft mit Verbänden, Organisationen und Initiativen der Älteren bzw. der Altenarbeit kooperieren."

 

Aus diesem Grunde tagte die AG 60 plus unter Leitung von Herrn Siegfried Mollenhauer erstmals außerhalb ihrer Geschäftsstelle in den Räumen des Friesischen Wohnparks, um sich über die Einschätzung der Zukunft der Pflege aus Sicht einer stationären Pflegeeinrichtung zu informieren.

 

 

Neben den 30 Arbeitsgemeinschafts - Mitgliedern und den Vertretern der Stiftung Uhlebüll konnte auch Frau Dr. Gitta Trauernicht, Wahlkreiskandidatin Süd Tondern, Vizepräsidentin des Landtages und ehemalige Ministerin für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein begrüßt werden.

 

Frau Dr. Trauernicht nutzte die Gelegenheit auch, um im Vorwege die Uhlebüller Wohngemeinschaften - eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen - zu besuchen und sich über den Stand der Umsetzung der Kommunalisierung in der Eingliederungshilfe zu informieren. Frau Dr. Trauernicht hatte in ihrer Regierungszeit als Ministerin für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein die Kommunalisierung und das Selbstbestimmungsstärkungsgesetzt (ehemals Heimgesetz) auf den Weg gebracht.

 

Die eigentliche Veranstaltung der AG 60 plus wurde durch einen Impulsvortrag von Herr Bernd Böge, Heimleiter des Friesischen Wohnparks eröffnet. Herr Böge stellte nicht nur die  politische, gesellschaftliche und verwaltungstechnische Ausgangslage der „Pflege“ prägnant und anschaulich in seinem Vortrag dar, sondern ging insbesondere auf Lösungsansätze aus Sicht einer stationären Pflegeeinrichtung ein.

 

Zu den Forderungen aus Sicht von stationären Pflegeeinrichtungen gehören insbesondere die Schaffung einer Pflegekammer, um die Vertretung der Fachkräfte in der Pflege nach innen und außen zu stärken, Entwicklungen von Standards und Qualitätskriterien voranzutreiben sowie die Gestaltung von Aus-, Fort- u. Weiterbildung zu koordinieren.

 

Er mahnte die Umsetzung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs an, der eine ganzheitliche Betrachtung pflegebedürftiger Menschen in den Mittelpunkt stellt und sich am Selbständigkeitsgrad orientiert. Damit einhergehend werden eine wissenschaftlich fundierte Personalbemessung und eine solide Finanzierung unerlässlich sein.  

 

Um den drohenden Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken skizzierte er selbstkritisch die Kriterien für die  Attraktivität von stationären Pflegeeinrichtungen auf dem Arbeitsmarkt.

 

Herr Böge trat dafür ein, durch eine Imagekampange aller auf dem Pflegemarkt beteiligten Akteure die Anziehungskraft des Pflegberufes zu stärken. Diese  Attraktivität könne nur durch realitätsnahe Informationen, Stärkung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und einer Neuregelung der Pflegeausbildung umgesetzt werden.

 

Herausfordernd umriss Herr Böge „die Pflege der Zukunft“ mit einem steigenden Arbeitskräftemangel in allen Branchen, den Einsatz von Pflegerobotern, einen sich ausweitenden Pflegetourismus und einem „Ableben auf Rezept“.

 

Dem Vortrag folgte eine durch Frau Dr. Trauernicht moderierte lebhafte Diskussion, in der unter anderem der Themenbereich Bürokratie, besonders Pflegedokumentation und Qualität erörtert wurden. Die Vorsitzende des Bewohnerbeirates Frau Henni Voss  griff die Höhe des Verpflegungssatzes auf und forderte Frau Dr. Trauernicht auf, sich für höhere Refinanzierungssätze einzusetzen.

 

Herr Oster, u. a. Mitglied im Kreistag Nordfriesland stellte die Planungen des Fördervereins Haus KoMeT in Niebüll für ein konduktives Förder- und Fortbildungszentrum vor. Mit der Errichtung dieses Hauses will der Förderverein Haus KoMeT ein umfassendes und wegweisendes Unterstützungssystem für Menschen mit cerebral bedingten sensorischen und motorischen und Mehrfachbehinderungen für Familien aus der Region institutionalisieren und dauerhaft absichern.

 

Mit dem Motto „Wir stricken gemeinsam an der Zukunft der Pflege“ warb Herr Eberhard Eberle u. a. Vorsitzender des Ortsvereins der AWO Westerland für die Teilnahme an der gleichnamigen Veranstaltung auf der Insel Sylt.  

 

Die Veranstaltung endete mit einer Führung durch den Friesischen Wohnpark.



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